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Handlung - Synopsis

Als Charles Dickens Anfang 1842 auf Lesetour durch die USA reist, ist er der unumstrittene Star der Literaturszene: Mehr Bücher als er verkauft niemand und in seiner Heimat Großbritan-
nien kennt jeder die Helden seiner Romane „Die Pickwickier“ und „Oliver Twist“. Wohin er auch kommt, wird er umjubelt. Was Dickens nicht ahnt: Dies ist der vorläufige Höhepunkt seiner
Karriere…

Oktober 1843, 16 Monate und drei Flops später. Am späten Abend sitzt Dickens in seinem neuen Haus am Schreibtisch. Doch statt einen neuen Roman zu Papier zu bringen, lässt er nur
einen Tintentropfen auf das Blatt fallen. Dickens leidet unter einer Schreibblockade – und das zum ungünstigsten Zeitpunkt. Seine Frau Catherine ist mit ihrem fünften Kind schwanger
und Dickens häuft Rechnung um Rechnung an: 75 Pfund für Carrara-Marmor, Geld für das Personal, gutes Essen, Kleidung nach der neuesten Mode… Dickens stellt fest: „Es ist teuer,
ein Gentleman zu sein.“
Als er aber seine Verleger aufsucht, erfährt er, dass so schnell keine neuen Tantiemen ins Haus stehen. Seine neuesten Romane „Martin Chuzzlewit“ und „Barnaby Rudge“ haben beide
nicht eingeschlagen. Mit seinen kritischen „Aufzeichnungen aus Amerika“ hat er sich bei seinen neuen Fans in den USA gleich wieder unbeliebt gemacht… Geld, das machen ihm seine
Verleger klar, gibt es nur noch als Vorschuss. Dickens zieht wütend ab.
Sein Freund John Forster versucht ihn zu beruhigen, doch im Garrick Club provoziert ihn sein Schriftsteller-Kollege und Rivale Thackeray, der Dickens’ schlechte Rezensionen sichtbar
genießt. Forster gelingt es immerhin, den Verlegern einen Vorschuss abzuringen, aber die Bedingung ist hart: Bis zum Ende des Jahres muss er das erste Kapitel liefern.
Aber worum soll es gehen? Die erste Idee für das neue Buch kommt Dickens, als das neue Hausmädchen Tara aus Irland eine Gespenstergeschichte vorliest und die Kinder vor Spannung
und Vergnügen jauchzen. Die Idee wird konkreter, als Dickens bei einer Benefizveranstaltung für ein Kinderheim einen Vortrag hält und ihn danach ein Geschäftsmann zur Rede stellt, der
alle Armen am liebsten gleich ins Arbeitshaus stecken möchte. Und als Dickens schließlich abends auf einem Friedhof eine Beisetzung beobachtet, bei der der Geschäftspartner des Toten
der einzige Trauergast ist, fügen sich die Puzzleteile zusammen…
Wieder zuhause fängt Dickens euphorisch an zu schreiben. Als er die Geschichte den Verlegern vorstellt, winken die aber ab: Eine Geschichte über Weihnachten – das will keiner lesen! Außerdem wäre es viel zu knapp, schließlich sei schon Oktober.Wütend wirft Dickens ihnen den Scheck hin und erklärt, dass er es dann eben selber drucken lasse. Dickens sucht nun noch nach einem Namen für seine Hauptfigur. Er weiß: Wenn der Name stimmt, taucht die Figur ganz von selber auf: Scrimple vielleicht? Nein: Scrooge! Und schon materialisiert sich ein hagerer alter Mann, ganz in Schwarz gekleidet, der so aussieht, als ob er noch nie gelacht hätte. Das ist sein Scrooge! Doch in diesem Moment wird Dickens unterbrochen: Sein Vater und seine Mutter kommen überraschend zu Besuch.
Eigentlich hatten Dickens und sein Vater eine Abmachung: Charles kommt für das Haus der Eltern in Devon und für ihren Unterhalt auf, dafür lassen sich seine Eltern nicht in London
blicken. Catherine aber hat Mitleid und lädt sie ein zu bleiben – und sei es auch nur, wie sie Charles erklärt, weil sein Vater gut mit den Kindern könne und sie mit seinen Albernheiten unterhalte.
Zurück im Arbeitszimmer, stellt sich Scrooge wieder ein: Er diktiert und Dickens muss einfach nur mitschreiben. Doch wieder stört ihn sein Vater beim Schreiben…
Als auch noch Charles’ Schwester mit Familie zu Besuch kommt, ist an Arbeit gar nicht mehr zu denken. Aber ihr kleiner Sohn, der ständig hustet und an Krücken geht, bringt Dickens auf
eine weitere Idee für seine Geschichte…
Nachts kommt Scrooge zu Dickens ins Schlafzimmer. Während Catherine weiterschläft, führt Scrooge Dickens zum Geist der vergangenen Weihnacht. Anders als in der Geschichte ist
es nicht Scrooge, der in seine Kindheit zurückversetzt wird, sondern Dickens selbst. In einem Flashback erinnert sich Dickens an den Tag vor 20 Jahren, als sein Vater abgeholt und ins
Schuldnergefängnis gebracht wurde und die Familie mittellos zurückbleibt…So ist Dickens alles andere begeistert, als sein Vater beim Abendessen stolz die neue Weste vorführt, die er gerade gekauft hat – von Charles’ Geld natürlich. Unterdessen ist Dickens mit der Geschichte bis zu dem Punkt weitergekommen, an dem Scrooge der zweite Geist, der Geist der heutigen Weihnacht, erscheint. Scrooge und der Geist
sind ungesehene Zaungäste beim Weihnachtsessen der Familie seines Angestellten Bob Cratchett, der einen Sohn mit einem verkrüppelten Bein hat: Tiny Tim. Dickens liest Tara die Ge-
schichte vor, die völlig begeistert ist und Dickens fragt, wie er das nur schaffe – eine Welt lebendig zu machen. Scrooge dagegen beschwert sich über die „einseitige“ Geschichte: „Meine
3Figur hat keine Gelegenheit, seine Seite zu erklären!“

Während Dickens seinem Illustrator John Leech erklärt, wie er sich die Figuren bildlich vorstellt, übernimmt Scrooge mehr und mehr die Geschichte – und Dickens’ Leben: Als der Vater
am Abend betrunken zurückkehrt, flüstert Scrooge Dickens ein, er solle endlich an sich selbst denken. Und so weist Dickens seinem Vater die Tür und schickt ihn zurück nach Devon…
Die Geschichte nähert sich ihrem Ende, doch noch fehlt das letzte Kapitel. Genau wie Tara, kritisiert auch Foster, dass Dickens Tiny Tim in der Geschichte sterben lässt. Dickens kämpft
mit dem Ende – Freitag ist das letzte Kapitel fällig – doch die ganzen Figuren seiner Geschichte, die sich in seinem Arbeitszimmer versammelt haben und diskutieren, lenken ihn nur ab.
Dickens kämpft mit der Frage, ob Scrooge gut werden kann. Sein Freund Foster kommt auf den Punkt: Wovor hat er Angst? Dickens erzählt ihm von seinem wiederkehrenden Alptraum,
in dem er sich als kleiner Junge wiedersieht, der in der Fabrik für Schuhpolitur arbeiten muss und von den anderen grausam geärgert wird. Scrooge fordert ihn heraus und nennt ihn einen
Heuchler – Dickens sei auch nicht besser als er selbst. Außer sich wirft Dickens das Tintenfass ins Feuer und randaliert in seinem Arbeitszimmer.
Am Tiefpunkt angelangt, wird Dickens klar: Wenn er „Ein Weihnachtslied“ irgendwie zu Ende bringen will, muss er sich nicht nur gegenüber Scrooge durchsetzen, sondern auch seinen
eigenen Dämonen stellen…

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